Hund erbricht gelb - Galle, Ursachen & Behandlung

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Gelbes Erbrochenes kann unterschiedliche Auslöser haben. Ein leerer Magen kommt ebenso infrage wie eine Magen-Darm-Entzündung, ein Fremdkörper, eine Vergiftung oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Auch Leber- und Gallenwegserkrankungen können mit Erbrechen einhergehen.

Warum erbricht ein Hund gelbe Flüssigkeit?

Die gelbliche bis gelb-grünliche Farbe stammt häufig von Galle beim Hund. Galle wird in der Leber gebildet, in der Gallenblase gespeichert und über die Gallenwege in den Dünndarm abgegeben. Dort unterstützt sie unter anderem die Fettverdauung.

Ist der Magen weitgehend leer, kann beim Erbrechen nur noch Flüssigkeit, Schaum und Galle hochkommen. Gerade nach wiederholtem Erbrechen wird deshalb häufig gelbliche Flüssigkeit sichtbar. Auch bei einer Gastroenteritis kann das Erbrochene gelblich und schaumig sein, besonders nachdem sich der Magen bereits entleert hat.

Die Farbe allein erlaubt jedoch keine Diagnose.

Hund erbricht gelb morgens oder auf nüchternen Magen

Viele Hundehalter beobachten: Der Hund erbricht morgens gelb, wirkt danach aber wieder vollkommen normal. Häufig liegt zu diesem Zeitpunkt eine längere Fresspause hinter dem Tier.

Gelbe Galle im Erbrochenen kann besonders dann auftreten, wenn der Magen leer ist. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Fresspause die einzige Ursache ist. Wiederkehrendes morgendliches Erbrechen sollte nicht über Wochen als bloße Eigenart des Hundes abgetan werden.

Werden die Episoden häufiger, verliert der Hund Gewicht oder treten Appetitlosigkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen auf, gehört der Hund in tierärztliche Behandlung.

Häufige Ursachen, wenn der Hund gelb erbricht

Gereizter oder entzündeter Magen

Eine Gastritis beim Hund kann plötzlich auftreten oder länger bestehen. Mögliche Auslöser sind beispielsweise ungeeignetes oder reizendes Futter, Infektionen, Parasiten, bestimmte Medikamente oder giftige Substanzen.

Das Erbrochene kann bei einer akuten Gastritis Futterreste, Schaum oder Galle enthalten. Auch Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit sind möglich.

Nicht selten zeigt der Hund gleichzeitig vermehrten Speichelfluss, Unruhe oder Übelkeit.

Magen-Darm-Entzündung

Bei einer Gastroenteritis beim Hund sind Magen und Darm entzündet. Typisch sind Erbrechen und häufig auch Durchfall. Die Ursachen reichen von Infektionen bis zu neuen oder unverträglichen Futtermitteln und Medikamenten.

Wenn sich der Magen bereits geleert hat, kann der Hund anschließend schaumige, gelbliche Galle erbrechen. Bauchschmerzen und eine deutliche Empfindlichkeit beim Berühren des Bauches können hinzukommen.

Unverträgliches Futter oder etwas Falsches gefressen

Hunde fressen gelegentlich Dinge, die ihr Magen nicht verträgt. Müll, verdorbenes Futter, größere Mengen Gras oder andere schwer verdauliche Materialien können Erbrechen auslösen.

Bei der tierärztlichen Untersuchung spielt deshalb eine scheinbar einfache Frage eine große Rolle: Was könnte der Hund in den Stunden oder Tagen zuvor gefressen haben?

Auch ein plötzlicher Futterwechsel kann Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Fremdkörper im Magen oder Darm

Ein verschlucktes Spielzeugteil, Knochenstück, Stoff oder anderer Fremdkörper beim Hund kann den Verdauungstrakt reizen oder blockieren.

Besonders verdächtig ist wiederholtes Erbrechen, wenn der Hund gleichzeitig keinen Kot mehr absetzt, Bauchschmerzen zeigt oder zunehmend schwächer wird. Röntgenaufnahmen gehören bei erbrechenden Hunden zu den möglichen Untersuchungen, weil damit unter anderem verschluckte Fremdkörper beziehungsweise daraus entstehende Komplikationen erkannt werden können.

Bei Verdacht auf einen Fremdkörper sollte nicht abgewartet werden.

Bauchspeicheldrüsenentzündung als mögliche Ursache

Eine Pankreatitis beim Hund kann ebenfalls mit Erbrechen einhergehen. Typische Beschwerden bei schwereren Verläufen sind Appetitverlust, Schwäche, Bauchschmerzen, Dehydrierung und Durchfall.

Die Diagnose einer Pankreatitis ist nicht allein anhand der Symptome möglich. Der Tierarzt berücksichtigt die Krankengeschichte und Untersuchungsergebnisse und kann Blutuntersuchungen, spezielle Tests auf Pankreaslipase sowie bildgebende Verfahren einsetzen.

Besonders die Kombination aus gelbem Erbrechen beim Hund, ausgeprägter Mattigkeit und Bauchschmerzen sollte daher ernst genommen werden.

Können Leber und Gallenblase dahinterstecken?

Die Tatsache, dass ein Hund Galle erbricht, bedeutet nicht automatisch, dass seine Gallenblase erkrankt ist. Erkrankungen von Leber oder Gallenwegen können jedoch ebenfalls Erbrechen verursachen.

Bei Lebererkrankungen können neben Erbrechen unter anderem Appetitverlust, Durchfall, Gewichtsverlust und eine Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten oder Augen auftreten. Auch Erkrankungen der Gallenblase können sich durch Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber und Appetitlosigkeit bemerkbar machen.

Eine sichtbare Gelbsucht beim Hund ist etwas anderes als gelbe Galle im Erbrochenen. Gelbliche Schleimhäute oder gelb verfärbte Augen gehören zeitnah tierärztlich untersucht.

Vergiftung: Bei Verdacht nicht abwarten

Auch giftige Substanzen können Erbrechen verursachen. Je nach Gift können weitere Beschwerden wie starke Schwäche, Appetitverlust, neurologische Symptome oder eine Gelbfärbung der Schleimhäute auftreten.

Hat der Hund möglicherweise Medikamente, Chemikalien, Giftköder oder andere potenziell toxische Stoffe aufgenommen, sollte sofort tierärztlicher Rat eingeholt werden. Bei einem akut kranken und sich schnell verschlechternden Hund ist eine unverzügliche tierärztliche Versorgung erforderlich.

Erbrechen sollte bei einem Vergiftungsverdacht nicht eigenständig ausgelöst werden, solange dies nicht ausdrücklich von einem Tierarzt oder einer tiermedizinischen Giftnotrufstelle empfohlen wurde.

Hund erbricht gelben Schaum

Gelber Schaum beim Hund besteht häufig aus Magensaft, Schleim und Galle. Er entsteht oft dann, wenn kaum noch Futter im Magen vorhanden ist.

Interessanter als die Farbe ist in diesem Fall, wie sich der Hund insgesamt verhält.

Ein Hund, der einmal gelben Schaum erbricht und anschließend normal frisst, trinkt und aktiv bleibt, ist anders zu beurteilen als ein Hund, der innerhalb weniger Stunden immer wieder erbricht und zunehmend apathisch wird.

Wann muss ein Hund mit gelbem Erbrechen zum Tierarzt?

Einmaliges Erbrechen kann bei einem ansonsten gesunden Hund vorübergehend bleiben. Wiederholtes oder länger anhaltendes Erbrechen beim Hund sollte untersucht werden.

Tierärztliche Hilfe ist besonders angezeigt bei:

  • wiederholtem Erbrechen
  • Blut im Erbrochenen
  • starkem Durchfall
  • deutlicher Mattigkeit
  • Fieber
  • Bauchschmerzen
  • Austrocknung
  • fehlendem Appetit
  • Gewichtsverlust
  • Verdacht auf einen Fremdkörper
  • Verdacht auf Giftaufnahme

Auch Material im Erbrochenen, das an Kaffeesatz erinnert, kann auf verdautes Blut hinweisen und gehört abgeklärt. Cornell empfiehlt ebenfalls eine tierärztliche Untersuchung bei Blut im Erbrochenen, länger anhaltendem Erbrechen, Fieber, Lethargie oder Bauchschmerzen.

Erbrechen oder Regurgitieren?

Nicht alles, was nach Erbrechen aussieht, ist tatsächlich Erbrechen.

Beim Erbrechen beim Hund treten meist Übelkeit, Würgen und deutliche Kontraktionen der Bauchmuskulatur auf. Der Mageninhalt wird aktiv herausbefördert.

Regurgitieren geschieht dagegen eher passiv und oft plötzlich. Dabei kommen meist unverdautes Futter oder Flüssigkeit aus der Speiseröhre zurück, ohne dass vorher kräftiges Würgen zu beobachten ist.

Diese Unterscheidung hilft dem Tierarzt bei der Suche nach der Ursache. Ein kurzes Video der Episode kann deshalb hilfreich sein.

Wie untersucht der Tierarzt gelbes Erbrechen?

Zu Beginn stehen Krankengeschichte und körperliche Untersuchung. Dabei interessieren unter anderem Dauer und Häufigkeit des Erbrechens, Futteraufnahme, mögliche Fremdkörper, Medikamente sowie der allgemeine Zustand des Hundes.

Je nach Verdacht können folgen:

  • Blutuntersuchungen
  • Kot- und Urinuntersuchungen
  • Röntgenaufnahmen
  • Ultraschall des Bauchraums
  • spezielle Untersuchungen der Bauchspeicheldrüse
  • weiterführende Untersuchungen von Magen und Darm

Bei länger anhaltendem oder häufigem Erbrechen können auch Endoskopie und Gewebeproben notwendig werden.

Was kann man tun, wenn der Hund gelb erbricht?

Die Behandlung von Erbrechen beim Hund hängt von der Ursache ab. Deshalb gibt es kein Hausmittel, das für jeden Hund und jede Situation geeignet ist.

Bei wiederholtem Erbrechen können Flüssigkeits- und Elektrolytverluste entstehen. Je nach Zustand des Hundes behandelt der Tierarzt deshalb unter anderem die Dehydrierung und kann Medikamente gegen anhaltendes Erbrechen einsetzen.

Medikamente für Menschen sollten nicht ohne tierärztliche Rücksprache gegeben werden.

Bei wiederkehrendem gelbem Erbrechen lohnt es sich, Zeitpunkt, Häufigkeit und Begleitsymptome zu notieren. Auch Informationen darüber, wann der Hund zuletzt gefressen hat und wie das Erbrochene aussah, helfen bei der Untersuchung.

Medizinischer Warnhinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Erbricht ein Hund wiederholt, wirkt apathisch, zeigt starke Bauchschmerzen, Blut im Erbrochenen, Atemprobleme, Kreislaufbeschwerden oder besteht der Verdacht auf einen Fremdkörper oder eine Vergiftung, sollte umgehend tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Auch bei Welpen, sehr alten Hunden oder Tieren mit bestehenden Erkrankungen sollte Erbrechen frühzeitig abgeklärt werden. Medikamente für Menschen, Hausmittel oder das eigenständige Auslösen von Erbrechen sollten ohne ausdrückliche tierärztliche Anweisung nicht angewendet werden.