Hund zittert – 12 mögliche Gründe und was hilft

  • Hund zittert am ganzen Körper
  • Hund zittert und hechelt

Entscheidend ist deshalb nicht allein das Zittern. Wichtig sind die Begleitumstände. Tritt es nur kurz auf oder hält es länger an? Zittert der ganze Körper oder lediglich ein Bein? Ist der Hund ansprechbar, frisst er normal und kann er problemlos laufen?

Wer seinen Hund gut beobachtet, kann dem Tierarzt später wichtige Hinweise geben.

Warum zittert ein Hund?

Zittern entsteht durch schnelle, unwillkürliche Muskelbewegungen. Diese können eine normale Reaktion des Körpers sein, etwa um bei Kälte Wärme zu erzeugen. Auch starke Emotionen beeinflussen die Muskulatur.

Problematischer wird es, wenn ein Hund plötzlich stark zittert, ohne dass ein nachvollziehbarer Auslöser vorhanden ist. Besonders bei weiteren Symptomen wie Erbrechen, Schwäche, Taumeln oder Schmerzen sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

1. Der Hund friert

Kälte gehört zu den häufigsten harmlosen Ursachen. Vor allem kleine, schlanke und kurzhaarige Hunde verlieren schneller Körperwärme. Auch Welpen, ältere Hunde und geschwächte Tiere können empfindlicher reagieren.

Typisch ist Zittern nach einem Spaziergang bei niedrigen Temperaturen, bei nassem Fell oder nach dem Baden.

Was hilft bei kältebedingtem Zittern?

Den Hund zunächst abtrocknen und an einen warmen Ort bringen. Bei empfindlichen Hunden kann im Winter ein passender Hundemantel sinnvoll sein.

Hört das Zittern trotz Wärme nicht auf, sollte nicht automatisch weiter von Kälte als Ursache ausgegangen werden.

2. Aufregung und Vorfreude

Einige Hunde zittern regelrecht vor Begeisterung. Der Spaziergang steht bevor, das Futter wird vorbereitet oder eine vertraute Person kommt nach Hause.

Dieses Zittern beim Hund verschwindet normalerweise wieder, wenn sich die Situation beruhigt.

Solange der Hund ansonsten normal wirkt und keine weiteren Beschwerden zeigt, besteht in solchen Situationen meist kein Grund zur Sorge.

3. Angst und Stress

Angst kann deutliche körperliche Reaktionen verursachen. Typische Auslöser sind Gewitter, Feuerwerk, Autofahrten, Tierarztbesuche oder fremde Situationen.

Neben dem Zittern können folgende Anzeichen auftreten:

  • starkes Hecheln
  • angelegte Ohren
  • eingezogene Rute
  • Unruhe
  • Verstecken
  • vermehrtes Speicheln
  • häufiges Lippenlecken

Wenn ein Hund zittert und hechelt, kann Stress daher eine mögliche Erklärung sein.

Bei regelmäßig auftretender oder ausgeprägter Angst sollte langfristig an der Ursache gearbeitet werden. Ein geeigneter Rückzugsort und kontrolliertes Training können helfen.

4. Schmerzen

Auch Schmerzen können Zittern auslösen. Besonders ältere Hunde zeigen Schmerzen nicht immer offensichtlich.

Mögliche Auslöser sind Gelenkprobleme, Arthrose, Rückenbeschwerden, Verletzungen, Bauchschmerzen oder Entzündungen.

Auffällig sind oft weitere Veränderungen: Der Hund bewegt sich weniger, steht ungern auf, läuft steif oder reagiert empfindlich auf Berührungen.

Zittert der Hund vor Schmerzen, sollte die Ursache tierärztlich untersucht werden.

Menschliche Schmerzmittel dürfen nicht eigenständig gegeben werden. Einige Medikamente, die für Menschen üblich sind, können für Hunde gefährlich sein.

5. Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden

Ein zitternder Hund kann auch unter Übelkeit leiden. Manche Hunde speicheln dann stärker, schlucken auffällig häufig oder lecken sich immer wieder über die Lippen.

Weitere mögliche Symptome sind:

  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Unruhe
  • Grasfressen
  • Bauchgeräusche

Wenn der Hund zittert und erbricht, sollte besonders auf den Allgemeinzustand geachtet werden. Wiederholtes Erbrechen, starke Schmerzen oder ein aufgeblähter Bauch gehören tierärztlich abgeklärt.

6. Unterzuckerung

Ein niedriger Blutzuckerspiegel kann ebenfalls Zittern verursachen. Besonders betroffen sein können sehr junge Welpen, kleine Hunderassen oder geschwächte Tiere.

Neben Muskelzittern können Schwäche, Unsicherheit beim Laufen, Orientierungslosigkeit oder im schweren Verlauf Krampfanfälle auftreten.

Ein Hund, der zittert und schwach wirkt, sollte deshalb nicht einfach nur beobachtet werden.

Bei deutlicher Schwäche, Kollaps oder Bewusstseinsveränderungen handelt es sich um einen tierärztlichen Notfall.

7. Vergiftung

Plötzliches starkes Zittern kann auf eine Vergiftung beim Hund hinweisen.

Mögliche Gefahrenquellen sind beispielsweise:

  • Schokolade
  • Xylit beziehungsweise Birkenzucker
  • Medikamente
  • Nikotin
  • Pestizide
  • Schneckenkorn
  • verschimmelte Lebensmittel
  • bestimmte giftige Pflanzen

Je nach Gift können Erbrechen, Speichelfluss, Unruhe, Taumeln, Muskelzittern oder Krampfanfälle auftreten.

Besteht auch nur der Verdacht, dass der Hund etwas Giftiges aufgenommen hat, sollte sofort ein Tierarzt oder eine Tierklinik kontaktiert werden.

Verpackungen oder Angaben zum aufgenommenen Produkt sollten möglichst mitgenommen werden. Eigenständig Erbrechen auszulösen ist ohne tierärztliche Anweisung nicht ratsam.

8. Fieber oder Infektion

Erkrankungen mit Fieber können ebenfalls Zittern verursachen. Der Hund wirkt dann häufig müde, frisst schlechter oder zieht sich zurück.

Weitere Symptome hängen von der zugrunde liegenden Erkrankung ab und können beispielsweise Husten, Durchfall oder Erbrechen sein.

Bei deutlich verändertem Allgemeinzustand sollte die Körpertemperatur kontrolliert und gegebenenfalls ein Tierarzt aufgesucht werden.

Die normale Körpertemperatur eines erwachsenen Hundes liegt ungefähr im Bereich von 38 bis 39 Grad Celsius.

9. Neurologische Erkrankungen

Neurologische Probleme können sich ebenfalls durch Tremor oder Muskelzittern bemerkbar machen.

Besondere Aufmerksamkeit ist nötig, wenn der Hund zittert und nicht richtig laufen kann.

Weitere mögliche Anzeichen sind:

  • Taumeln
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Kopfschiefhaltung
  • Schwäche
  • ungewöhnliche Augenbewegungen
  • Muskelzuckungen
  • Lähmungserscheinungen

Bei solchen Symptomen sollte zeitnah eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.

Je nach Verdacht können Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren oder eine neurologische Untersuchung notwendig werden.

10. Generalisiertes Tremor-Syndrom

Beim sogenannten generalisierten Tremor-Syndrom kommt es zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Zittern des Körpers.

Früher wurde teilweise der Begriff „White Shaker Syndrome“ verwendet, da die Erkrankung zunächst vor allem bei kleinen weißen Hunden beschrieben wurde. Sie kann jedoch auch Hunde anderer Größen und Fellfarben betreffen.

Eine Diagnose lässt sich allein aufgrund des Zitterns nicht stellen. Andere mögliche Ursachen müssen zunächst ausgeschlossen werden.

11. Stoffwechsel- und Elektrolytstörungen

Auch Veränderungen verschiedener Blutwerte können Muskelzittern verursachen.

Dazu gehören unter anderem Störungen des Blutzuckers oder Veränderungen wichtiger Elektrolyte. Auch ein zu niedriger Kalziumspiegel kann Muskelzucken und Zittern auslösen.

Erkrankungen von Leber oder Nieren können ebenfalls Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das Nervensystem haben.

Bei unerklärlichem oder regelmäßigem Zittern kann deshalb eine Blutuntersuchung sinnvoll sein.

Nahrungsergänzungsmittel oder Kalzium sollten nicht ohne Diagnose auf Verdacht gegeben werden.

12. Alter und Muskelabbau

Gerade bei älteren Hunden fällt häufig auf, dass die Beine im Stehen zittern.

Mögliche Gründe sind nachlassende Muskelkraft, Muskelabbau, Arthrose oder andere altersbedingte Beschwerden.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Zittern beim alten Hund normal ist.

Wenn das Zittern neu auftritt, stärker wird oder mit Schwierigkeiten beim Aufstehen verbunden ist, sollte der Hund untersucht werden. Je nach Ursache können Bewegung, Physiotherapie, Gewichtsmanagement oder eine geeignete Schmerztherapie helfen.

Hund zittert am ganzen Körper: Wann wird es gefährlich?

Wenn ein Hund plötzlich am ganzen Körper zittert, sollte genau beobachtet werden, was unmittelbar davor passiert ist.

Hat er möglicherweise etwas gefressen? War er unbeaufsichtigt draußen? Hat er Zugang zu Medikamenten gehabt? Erbricht er oder wirkt er orientierungslos?

Plötzliches starkes Ganzkörperzittern ohne erkennbaren Grund sollte ernst genommen werden, besonders wenn weitere Symptome auftreten.

Zittern oder Krampfanfall?

Zittern und Krampfanfälle werden manchmal miteinander verwechselt.

Beim normalen Tremor bleibt der Hund meist wach und ansprechbar. Er kann häufig noch stehen, laufen und auf seine Umgebung reagieren.

Bei einem schweren Krampfanfall kann der Hund das Bewusstsein verlieren, umfallen und ausgeprägte unkontrollierte Muskelbewegungen zeigen. Manche Hunde speicheln stark oder setzen während des Anfalls Urin oder Kot ab.

Ein erstmaliger Krampfanfall sollte immer tierärztlich abgeklärt werden.

Wann muss ein zitternder Hund sofort zum Tierarzt?

Nicht jedes Zittern ist ein Notfall. Bestimmte Kombinationen sollten jedoch keine längere Beobachtungsphase zu Hause nach sich ziehen.

Sofortige tierärztliche Hilfe ist insbesondere erforderlich bei:

  • Verdacht auf Vergiftung
  • Krampfanfällen
  • Bewusstlosigkeit oder Kollaps
  • Atemproblemen
  • starken Schmerzen
  • erheblichem Taumeln
  • Lähmungserscheinungen
  • wiederholtem Erbrechen
  • stark aufgeblähtem Bauch
  • plötzlich einsetzendem massivem Ganzkörperzittern

Auch wenn der Hund zittert und nicht mehr laufen kann, sollte unverzüglich tierärztliche Hilfe gesucht werden.

Was tun, wenn der Hund zittert?

Bei leichtem Zittern ohne weitere Beschwerden kann zunächst der mögliche Auslöser geprüft werden. Friert der Hund, sollte er aufgewärmt werden. Bei Stress hilft häufig eine ruhige Umgebung.

Tritt das Zittern wiederholt auf, lohnt es sich, eine Episode mit dem Smartphone zu filmen. Ein solches Video kann dem Tierarzt helfen, Art und Stärke der Bewegungen besser einzuschätzen.

Notiert werden sollten auch Dauer, Häufigkeit und mögliche Begleitsymptome.

Gerade bei wiederkehrendem Zittern beim Hund lässt sich anhand dieser Beobachtungen häufig besser eingrenzen, ob ein harmloser Auslöser oder eine Erkrankung dahinterstecken könnte.

Hier im Beitrag erhalten Sie ihre Antwort auf die nachfolgenden Fragen

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Warum zittert mein Hund plötzlich am ganzen Körper?
Wann ist Zittern beim Hund gefährlich?
Warum zittert mein Hund obwohl ihm nicht kalt ist?
Kann ein Hund vor Schmerzen zittern?
Was tun wenn der Hund zittert?